Wissen teilen, Wandel gestalten: Transdisziplinarität im Berufsleben und in der täglichen Praxis

Month: Oktober 2026

Beim internationalen DAAD-Alumni-Workshop an der Technischen Universität Berlin hatte ich das große Vergnügen, einige Impulse aus meiner Arbeit mit „Multispecies Perspectives“ beizusteuern.

Mein Workshop baute auf zwei Fragen auf: Wessen Wissen ist entscheidend, wenn wir Lernerfahrungen gestalten oder Lösungen für Umweltkonflikte entwickeln? Und nach welchen Kriterien wählen wir Rahmenkonzepte und Reflexionspartner in Lern- oder Transformationsprozessen aus?
„Human-centered Design“ wird von vielen als Stand der Technik angesehen. Was aber, wenn die ausschließliche Fokussierung auf menschliche Bedürfnisse selbst einen blinden Fleck in der Gestaltung unserer Transformationsprozesse schafft – im Hinblick auf unsere Fähigkeit zu Empathie oder Innovation?
Im Sinne eines „more-than-human-centered Design“ haben wir daher im Workshop unsere Perspektiven erweitert und die Sichtweisen anderer Arten einbezogen, die wir sonst vielleicht eher übersehen würden. Was können wir lernen, wenn wir innehalten und beobachten, wie andere Arten mit ökologischen Herausforderungen umgehen? Wie verändert sich unsere Sicht auf die Welt, wenn wir ihnen nicht als Forschungsobjekte, sondern als unsere Nachbarn auf diesem Planeten begegnen?
Es war großartig, gemeinsam mit Teilnehmenden aus Forschung, Praxis und Politik aus aller Welt über diese Fragen nachzudenken. Uns verbindet das gemeinsame Interesse, an Lösungen für Umweltkonflikte zu arbeiten, die uns alle betreffen. Ein besonderer Moment für mich persönlich war das Feedback eines Teilnehmers, der nach seiner Resonanz auf diese Erfahrung gefragt wurde: „Das ist eine tolle Möglichkeit, Empathie zu vermitteln, sogar Ingenieuren wie mir…“.
Vielen Dank an den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für die Finanzierung dieses Workshops.

Und mein besonderer Dank gilt PD Dr. Thorsten Philipp für die Einladung, an diesem coolen Programm mitzuwirken.
Sehr inspirierend war auch der gemeinsame reflektierenden Dialog bei der öffentlichen Abendveranstaltung des Programms „Silenced Knowledge. Transdisziplinäres Lernen durch marginalisierte Perspektiven“ am Forschungszentrum „Der simulierte Mensch“ – ein ganz besonders schöner Ort gemeinsam zu reflektieren.


Angebot INQA-Coaching: Geförderte Entwicklung in turbulenten Zeiten

Month: Oktober 2026

Gerade dann, wenn Veränderung am dringendsten gebraucht wird, fehlt oft das Budget dafür. Kleine und mittlere Unternehmen stehen durch digitalen Wandel, Fachkräftemangel, veränderte Arbeitsrealitäten in Zeiten von KI ganz besonders unter Veränderungsdruck. Viele stehen vor der Herausforderung, trotz knapper Budgets in Entwicklung zu investieren. Das ist ein strukturelles Dilemma.

Das Coaching-Angebot der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) setzt genau hier an. Diese gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Sozialpartnern und Sozialversicherungsträgern unterstützt Betriebe und Beschäftigte dabei, ihre Arbeitswelt nachhaltig, gesund und zukunftsfest zu gestalten. Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderte Programm ermöglicht KMUs eine anteilige Förderung von bis zu 12 Beratungstagen. Der Beratungsprozess ist beteiligungsorientiert gestaltet: Veränderung wird nicht verordnet, sondern gemeinsam entwickelt.

Als zertifizierter INQA-Coach begleite ich Prozesse zu Themen wie Mitarbeitendenmotivation, Führungskultur, Diversitymanagement, Gesunde Arbeitsorganisation, Digitalisierung der Arbeitswelt, Personalentwicklung und Künstliche Intelligenz. Dabei leitet mich nicht nur der klare Fahrplan für die Prozessgestaltung, sondern auch meine Haltung und die breite Basis meines Methodenrepertoires.

Gerne kläre ich in einem ersten Gespräch, ob und wie das Veränderungsanliegen, das Programm und mein möglicher Beratungsbeitrag zueinander passen.


KI-Transformation: Bewusst, verantwortungsvoll und mit Sinn für Zusammenhänge

Month: Oktober 2026

KI verändert unsere Arbeits- und Lebenswelt - ob wir wollen oder nicht.
Mich interessiert, wie wir diese Transformation bewusst und verantwortungsvoll gestalten - im Sinne unseres Überlebens auf diesem Planeten.

Im Juni habe ich dies zum Anlass genommen, meine Expertise mit dem Programm „Master Management with Artificial Intelligence“ zu erweitern. Denn mein Beratungsalltag in den letzten Jahren hat allzu deutlich gemacht, dass mit einem ganzheitlichen Anspruch an systemische Beratung in diesen Zeiten kein Weg mehr am Aufbau von profunder KI-Kompetenz vorbeiführt – ob im C-Level Coaching, in Qualifizierung, Teamentwicklung oder Transformationsberatung.

Meine Weiterbildung an der academy4ai hat in vielerlei Hinsicht meinen Horizont erweitert, mir die Vielfalt der technischen Anwendungsbereiche gezeigt, tiefe Einblicke in wirtschaftliche und gesellschaftliche Trends vermittelt, sowie Denk- und Arbeitsweisen verschiedener unternehmerischer Branchen erlebbar gemacht.

Deutlich wurde mir in dieser Zeit auch, welchen Wert hier bereits meine bisherige Beratungserfahrung bietet. Denn sie ermöglicht mir, diese KI-Kompetenz mit meiner langjährigen Erfahrung in systemischer Beratung, Kommunikationsberatung und Veränderungsbegleitung zu verbinden. Denn gerade jetzt kommt es darauf an.

Für Organisationen:

  • Bewusste Gestaltung von Transformationsprozessen (statt Schatten KI oder formaler KI-Verordnungen ohne Rücksicht auf kulturelle Herausforderungen)
  • Förderung einer agilen lernoffenen Kultur der Zusammenarbeit (um dem Tempo der Veränderungen in unserer Welt besser gerecht werden zu können)
  • Prozessgestaltungskompetenz (um Innovationspotenziale von KI Tools sinnvoll in Arbeitsprozesse zu integrieren, ohne aktionistisch zu werden)

Für uns als Menschen:

  • Reflektierte Kommunikationskompetenz (um ohne Bias und klarer einfacher Sprache Halluzinationen von Menschen und KI gleichermaßen entgegen zu wirken)
  • Wertschätzende Führungspraxis (die Erwartungen an Rolle, Aufgabe und Ergebnis sowohl im Gespräch, als auch im Prompt verständlich macht)
  • Stärkung von Selbstführungskompetenz (um im Umgang mit Überforderung und Ohnmachtsgefühlen zu stärken, angesichts der Vielzahl von Entwicklungen, auf die wir zu wenig Einfluss spüren)

So wichtig es ist, sich den politischen, sozialen, methodischen und strukturellen KI-Fragen zu stellen, so wichtig ist es, als Mensch mit diesen Veränderungen handlungsfähig zu bleiben.

Nicht nur als „Human in the Loop“, sondern als gestaltende Kraft.

Die Ausbildung hat mir viele methodisch-/technologische Fragen beantwortet und viele neue tiefgreifendere Fragen aufgeworfen. Das macht Kompetenzentwicklung für mich aus. Nicht nur Wissen und Methoden zu erweitern, sondern eigene Haltung zu stärken und das Bewusstsein dafür zu schärfen, was es noch zu erkunden gilt.


Stadtleben wird multispezifisch: Meet Your Neighbours!

Month: Oktober 2026

Workshopimpuls zu Transdisziplinärem Lernen beim TU Projekt „City as a Laboratory“

Im Rahmen des TU Projektes „City as a Laboratory – Grundlagen transdisziplinärer Arbeit“ hatte ich im Juni das große Vergnügen auf Einladung von Dr. Thorsten Philipp zusammen mit Elise Graton, einen Praxisimpuls ganz nach meinem Geschmack beizutragen: „Stadtleben wird multispezifisch: Meet Your Neighbours!“

„Human-centered-Design“ gilt bis heute bei vielen als „Errungenschaft“ der Prozessgestaltung. Eine naheliegende Perspektive in einer Zeit des Antropozän, in der nicht nur alles durch, sondern auch primär für den Menschen gestaltet wird.

Der Ansatz „More-than-Human-Design“ hinterfragt den Kreis der Stakeholder in der Prozessgestaltung und erweitert ihn um Perspektiven nicht-menschlicher Spezies. Schnell landen wir hier bei komplexen Fragestellungen. Wer darf hier eigentlich „berechtigte“ Interessen haben? Wie kann man eigentlich für andere sprechen – schon gar für nicht menschliche Spezies? Und wie soll das methodisch sauber umgesetzt werden? Viele spannende und schwierige Fragen, besonders in Zeiten polarisierter moralisch aufgeladener Debatte um Identität und Teilhabe.

Mit „Meet your Neighbours“ nähern wir uns dieser Aufgabe banaler und auf Augenhöhe. Inspiriert von der Bewegung der „Spezies-Botschafter:innen“ fragen wir nicht primär „Wofür ist der Löwenzahn gut?“ oder „Wie schützen wir ihn?“. Mit diesem Impuls lade ich dazu ein, uns auf Augenhöhe zu begeben und zu fragen „Was können wir eigentlich vom Löwenzahn lernen?“, oder „Was braucht er, um zu gedeihen?“.

Warum ich das mache? Weil diese Fragen unsere Gewohnheiten des Beziehungsaufbaus hinterfragen. Weil wir so als Mensch weder als überlegene Nutzer noch als wohlmeinende Fürsorger auftreten. Das sind aus meiner Sicht spannende Fragen – auch für Führung. So leuchten wir blinde Flecken unserer Wahrnehmung aus, ohne moralische Belehrung – mit Humor und mit allen Sinnen.
Denn wer definiert für uns, von wem und wie wir lernen? Wozu braucht Verbundenheit und Zugehörigkeit besondere Begegnungsräume? Braucht Naturverbundenheit das Erleben „intakter“ Natur? Und was geschieht mit unserem Verständnis von Zugehörigkeit, wenn Nachbarschaft nicht mehr nur menschlich gedacht wird? Und vor allem: Was bedeutet dies für unser Verständnis von Lernen und Entwicklung?

Aus dieser Reflexion entstehen Anschlüsse, die weit über „Artenkenntnis“ hinausgehen: Muster unbewusster Wahrnehmung, Mechanismen von Bonding und Ausgrenzung, Prinzipien der Innovations-Entwicklung, Nachhaltigkeit und Prozessgestaltung. Und so entstehen transdisziplinäre Lernräume – kostengünstig, unspektakulär und voller Nachbar:innen, die wir bislang übersehen.
Deshalb noch einmal herzlichen Dank an Dr. Thorsten Philipp für die Einladung zur Co-Creation und auch an alle menschlichen und nicht-menschlichen Teilnehmenden für die Gelegenheit, gemeinsam Möglichkeiten für transdisziplinäre Lernräume für eine Zukunft des Miteinanders in dieser Stadt auszuloten.