Wissen teilen, Wandel gestalten: Transdisziplinarität im Berufsleben und in der täglichen Praxis
Beim internationalen DAAD-Alumni-Workshop an der Technischen Universität Berlin hatte ich das große Vergnügen, einige Impulse aus meiner Arbeit mit „Multispecies Perspectives“ beizusteuern.

Mein Workshop baute auf zwei Fragen auf: Wessen Wissen ist entscheidend, wenn wir Lernerfahrungen gestalten oder Lösungen für Umweltkonflikte entwickeln? Und nach welchen Kriterien wählen wir Rahmenkonzepte und Reflexionspartner in Lern- oder Transformationsprozessen aus?
„Human-centered Design“ wird von vielen als Stand der Technik angesehen. Was aber, wenn die ausschließliche Fokussierung auf menschliche Bedürfnisse selbst einen blinden Fleck in der Gestaltung unserer Transformationsprozesse schafft – im Hinblick auf unsere Fähigkeit zu Empathie oder Innovation?
Im Sinne eines „more-than-human-centered Design“ haben wir daher im Workshop unsere Perspektiven erweitert und die Sichtweisen anderer Arten einbezogen, die wir sonst vielleicht eher übersehen würden. Was können wir lernen, wenn wir innehalten und beobachten, wie andere Arten mit ökologischen Herausforderungen umgehen? Wie verändert sich unsere Sicht auf die Welt, wenn wir ihnen nicht als Forschungsobjekte, sondern als unsere Nachbarn auf diesem Planeten begegnen?
Es war großartig, gemeinsam mit Teilnehmenden aus Forschung, Praxis und Politik aus aller Welt über diese Fragen nachzudenken. Uns verbindet das gemeinsame Interesse, an Lösungen für Umweltkonflikte zu arbeiten, die uns alle betreffen. Ein besonderer Moment für mich persönlich war das Feedback eines Teilnehmers, der nach seiner Resonanz auf diese Erfahrung gefragt wurde: „Das ist eine tolle Möglichkeit, Empathie zu vermitteln, sogar Ingenieuren wie mir…“.
Vielen Dank an den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für die Finanzierung dieses Workshops.
Und mein besonderer Dank gilt PD Dr. Thorsten Philipp für die Einladung, an diesem coolen Programm mitzuwirken.
Sehr inspirierend war auch der gemeinsame reflektierenden Dialog bei der öffentlichen Abendveranstaltung des Programms „Silenced Knowledge. Transdisziplinäres Lernen durch marginalisierte Perspektiven“ am Forschungszentrum „Der simulierte Mensch“ – ein ganz besonders schöner Ort gemeinsam zu reflektieren.