Partizipative Dialogprozesse gestalten: Verteilungsherausforderung „Wasser für alle Lebewesen“

In klimatisch immer turbulenteren Zeiten steht Natur unter zunehmenden Druck. Wasser wird knapp, auch in der wasserreichen Region Berlin Brandenburg.

Um so mehr hat mich gefreut, dass ich im Dezember im Auftrag des NABU Brandenburg einen partizipativen Dialogprozess gestalten durfte, zur Unterstützung der beteiligungsorientierten Erarbeitung eines Maßnahmenkonzepts für das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Fredersdorfer Mühlenfließ, Langes Luch und Breites Luch“.

Bei konkurrierenden Interessen um begrenzte Ressourcen muss sich in der Praxis bewähren, was theoretisch allen klar ist: Es müssen gemeinsam getragene Entwicklungsziele definiert werden. Es gilt im Sinne aller Interessen Kompromisslösungen zu finden. Oder noch besser: Neue kreative und innovative Lösungen für gemeinsame Anliegen zu entwickeln.

Dafür braucht es die Perspektivenvielfalt aller Beteiligten. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Behörden, Kommunen, dem Naturschutzehrenamt sowie dem Wasser- und Bodenverband wurden Handlungsansätze und Ideen für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Wasserhaushalts im FFH-Gebiet erarbeitet, sowie einige Ansätze für weiterführende erforderliche Untersuchungsbedarf ermittelt.

Es hat mich gefreut, dass so viele der Einladung des NABU gefolgt sind und gute Lösungsansätze für die weitere Entwicklung gefunden wurden. Der Prozess hat gezeigt, wie wirkungsvoll dialogorientierte Formate sein können, wenn komplexe Herausforderungen gemeinsam angegangen werden.

Hintergrund

Das FFH-Gebiet „Fredersdorfer Mühlenfließ, Langes Luch und Breites Luch“ ist Teil des Projekts „Lebenswerte Natura 2000-Gebiete“ des NABU Landesverbands Brandenburg. Das NABU Natura 2000 Projekt unterstützt das europaweite Netzwerk von Schutzgebieten, um gefährdete Lebensräume und Arten zu erhalten, ihre Qualität zu sichern und Managementpläne umzusetzen, da viele Gebiete in Deutschland nur unzureichend geschützt sind. Der NABU engagiert sich dafür, die EU-Naturschutzrichtlinien konsequent anzuwenden und die biologische Vielfalt zu fördern.